Embracing Diversity: Building bridges through migration stories in primary education
Hospitationen und Fortbildungen im Ausland, Schüleraustausch mit Österreich und Gegenbesuche bei uns
Erasmus-Fortbildung in Irland: Demokratie und Schülerpartizipation stärken
Im Rahmen eines Erasmus-Projekts nahm Frau Peickert an der Fortbildung „Amplifying Student Voice in Democratic Schools“ (Die Stimme der Schülerinnen und Schüler in demokratischen Schulen stärken) in Irland teil. Gemeinsam mit Lehrerinnen und Lehrern aus verschiedensten Schulen beschäftigte sie sich mit der Frage, wie Kinder und Jugendliche aktiv an schulischen Entscheidungsprozessen beteiligt werden können und wie demokratische Strukturen im Schulalltag gelebt werden.
Ein wichtiger Bestandteil der Fortbildung war das Kennenlernen des irischen Schulsystems. Besonders interessant war dabei das sogenannte „Transition Year“, ein optionales Übergangsjahr vor der Oberstufe. In diesem Jahr stehen weniger Prüfungsdruck und mehr persönliche Entwicklung, Praxiserfahrungen sowie soziale Kompetenzen im Mittelpunkt.
Im Zentrum der Fortbildung standen außerdem das Lundy-Modell zur Schülerpartizipation sowie der „Referenzrahmen für Kompetenzen für eine demokratische Kultur“ (RFCDC) des Europarats. Dabei wurde deutlich, wie wichtig es ist, Kindern Raum für Mitbestimmung zu geben, ihre Meinungen ernst zu nehmen und demokratische Kompetenzen wie Respekt, Offenheit und Zusammenarbeit zu fördern.
Neben fachlichen Inhalten bot die Fortbildung zahlreiche Gelegenheiten zum Austausch und zur gemeinsamen Reflexion. Durch Diskussionen, Gruppenarbeiten und Praxisbeispiele konnten die Teilnehmenden voneinander lernen und neue Perspektiven auf Schule und Unterricht gewinnen.
Auch die irische Kultur hinterließ einen bleibenden Eindruck. Die große Offenheit und Freundlichkeit der Menschen machten die Projektwoche zu einer besonderen Erfahrung. Insgesamt bot die Erasmus-Fortbildung in Irland viele wertvolle Impulse für eine demokratische und partizipative Schulentwicklung.
Erasmus-Fortbildung: Naturpädagogik zur Förderung von Nachhaltigkeit und Inklusion auf Teneriffa
Im Rahmen einer internationalen Fortbildung auf Teneriffa nahmen M. Thiemann und G. Becker-Czwikla gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen europäischen Ländern an einer Fortbildung auf Teneriffa teil. Vertreten waren die Länder Lettland, Litauen, Portugal, Mazedonien, Deutschland und die Slowakei. Ziel der Veranstaltung war es, neue Ansätze kennenzulernen, wie Nachhaltigkeit und Inklusion im Bildungsalltag miteinander verknüpft und praktisch umgesetzt werden können.
Ein zentraler Bestandteil der Fortbildung war der interkulturelle Austausch. Die Teilnehmenden brachten vielfältige Erfahrungen aus ihren jeweiligen Bildungssystemen mit, wodurch ein breites Spektrum an Perspektiven und Ideen entstand. Es wurden Methoden der Naturpädagogik erarbeitet, die sowohl ökologisches Bewusstsein fördern als auch allen Kindern – unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen – Zugang zu Lernprozessen ermöglichen.
Ein besonderes Highlight war der Besuch eines SOS-Kinderdorfes. Dort erhielten die Teilnehmenden Einblicke in inklusive Bildungsangebote, insbesondere im Bereich des Schulgartens. Kinder mit unterschiedlichen Fähigkeiten arbeiten hier gemeinsam an Projekten, lernen nachhaltige Anbaumethoden kennen und übernehmen Verantwortung für ihre Umwelt. Die praktische Arbeit im Garten fördert nicht nur ökologische Kompetenzen, sondern auch soziale Fähigkeiten wie Teamarbeit, Rücksichtnahme und Selbstwirksamkeit.
Darüber hinaus wurde ein Permakultur-Bauernhof besucht. Hier stand nachhaltiges Wirtschaften im Einklang mit der Natur im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden lernten Prinzipien der Permakultur kennen, wie etwa geschlossene Kreisläufe, Ressourcenschonung und langfristige Planung. Besonders eindrucksvoll war die Verbindung von Theorie und Praxis: Die vorgestellten Konzepte konnten direkt vor Ort beobachtet und teilweise selbst ausprobiert werden.
Die Fortbildung bot zahlreiche Impulse für die eigene pädagogische Arbeit. Insbesondere wurde deutlich, wie Naturpädagogik als verbindendes Element zwischen Nachhaltigkeit und Inklusion wirken kann. Die Teilnehmenden nahmen viele konkrete Ideen mit, um Lernumgebungen zu schaffen, die sowohl ökologisch verantwortungsvoll als auch inklusiv gestaltet sind. Insgesamt war die Fortbildung auf Teneriffa eine bereichernde Erfahrung, die den europäischen Austausch stärkte und neue Perspektiven für eine nachhaltige und inklusive Bildungsarbeit eröffnete.
Job Shadowing in Estland
Mechthild Heimann und Ruth Schulte-Düser waren mit unserem Erasmus plus
Projekt zur Hospitation in Estland und bringen Ideen zur Gestaltung des
Übergangs vom Kindergarten zur Grundschule mit.
Vom 17. bis 21, November 2025 besuchten die zwei einen Kindergarten und
eine Schule in der Hauptstadt Tallinn. An drei Tagen hospitierten sie im
Kindergarten Tallinna Muinasjutu Lasteaed. Dieser Kindergarten wird von etwa
80 Kindern besucht, täglich meist aber von nicht mehr als 40-60 Kindern. Jede
Kindergartengruppe hat zwei Lehrer und einen Assistenten. Der Kindergarten
ist täglich geöffnet von 7.00 Uhr bis 19.00 Uhr. Jede Gruppe hat zweimal
wöchentlich Unterricht bei einem Sportlehrer und zweimal wöchentlich bei
einem Musiklehrer. Gerade diese Stunden wurden den Lehrerinnen gezeigt,
meist verbunden mit einigen kleinen Aufführungen. Diese Fachlehrer kommen
von extern und besuchen verschiedene Kindergärten.
Die Kinder essen und schlafen im Kindergarten. Besonders interessant war,
dass die Mahlzeiten der Kinder auf die Ernährungspyramide ausgerichtet sind
und sehr viel Wert auf gesunde Ernährung gelegt wird. Mit 4 bis 5 Jahren
fangen die Kinder an, Buchstaben und Zahlen zu lernen. Sehr interessant war,
dass die Kinder, die in die Schule wechseln, schreiben und lesen können. Sie
sind perfekt vorbereitet, um Arbeitsaufträge in der Schule schon selbstständig
sinnentnehmend zu lesen. Es wird auch großen Wert gelegt auf die
Selbständigkeit der Kinder. Schon frühzeitig werden sie angeleitet,
selbstständig auf die Toilette zu gehen, sich anzuziehen und sich selbst zu
organisieren.
Gemeinsam mit Lehrern aus dem Kindergarten wurde die Schule des Jahres
2025 in Estland, die Kindluse kool in Tallinn, besichtigt. Die 6 Jahre alte Schule
wurde innerhalb von anderthalb Jahren gebaut, hat zur Zeit etwa 900 Schüler
und ist noch im Wachstum. Dort findet man Jahrgangsstufen von der ersten bis
zur neunten Klasse. Im Eingangsbereich befindet sich eine große Mensa, in der
täglich drei Mahlzeiten eingenommen werden können. An der Seitenwand ist
eine große Kletterwand für den Bewegungsdrang der Kinder. Die einzelnen
Jahrgänge sind in farblich unterschiedlichen Bereichen untergebracht. In der
Schule arbeiten 120 Personen, in jeder Klasse findet man einen Lehrer und
einen Assistenten. Die Schule ist technisch hervorragend ausgestattet, die
Klassenstärke ist keinesfalls höher als 24 Kinder, im Fachunterricht auch
deutlich kleiner. Für den Sprachunterricht werden die Klassen halbiert.
Sprachprobleme gab es an dieser Schule fast gar nicht.
Zusammenfassend kann man sagen, dass in Estland der Wert der Bildung sehr viel
größer geschrieben wird als in Deutschland. Das wurde sehr deutlich in den
Berichten der Lehrer als auch der Eltern, zu denen Kontakt bestand. Eltern
unterstützen die Arbeit der Schule, lassen sich regelmäßig durch die Schule
coachen und legen sehr viel Wert auf die Bildung und Erziehung ihrer Kinder.