Umweltpreis des Dinoclubs Verleihung des Jugendumweltpreises an den Dinoclub der Walburgisschule   Neulich stand ich in einem Werler Supermarkt an der Kasse. Ein junges Mädchen, das offenbar durch einen Aushilfsjob als   Kassiererin ihr Taschengeld aufbesserte, bediente mich. Auf das Band hatte ich neben verpackter Ware auch einen roten   Eichblattsalat und eine Sellerieknolle gelegt. Es kam, wie ich es schon des Öfteren erlebt habe: die junge Dame konnte   beide Produkte nicht benennen. Sie musste sich in ihrer Not an die ältere und erfahrenere Kollegin wenden,   die an der Kasse nebenan ihren Dienst tat. Nicht nur in solchen Situationen erleben wir die zunehmende Entfremdung   der Menschen von ihrer natürlichen Umwelt. Denn - wenn es schon bei Produkten des täglichen Lebens, bei den kultivierten   Feldfrüchten, die unserer Ernährung dienen, zu solchen Kenntnislücken kommt, wie steht es dann wohl um die Kenntnis   der uns umgebenen wild lebenden Pflanzen und Tiere?   Wenn der Satz stimmt: "Man wird nur schützen, was man liebt. Aber man kann nur lieben, was man kennt.",   dann ist die Dringlichkeit einer Umweltbildung, die mit Kopf, Herz und Hand gegen die "McDonaldisierung" und   "Verplastilierung" anarbeitet, existenziell für unser Überleben.   Der Dinoclub der Walburgisschule unter Leitung von Marie-Luise Fuhrmann, Birgit Gollan, Sabine Gießau und Jutta Schröer  bewirbt sich mit ihrem kleinen, selbst angelegten Garten (10 x 10 m) hinter der Schule, der im Laufe der Jahre entstanden ist  und mittlerweile Kräuter- und Gemüsebeete, Beerensträucher und kleine Obstbäume sowie eine Trockenmauer enthält.   Die Bewerberinnen führen aus, dass viele Kinder die Gemüsesorten nur aus dem Supermarkt kennen und nicht wissen,   wie diese entstehen und dass sie hier wachsen. Die Aktion soll eine Wertschätzung für die Pflanzen erzeugen   und ein Gefühl für den Aufwand, den eine Pflanze bis zur Reife benötigt, vermitteln.   In der Begründung der Jury heißt es:   Das Projekt trifft einen wunden Punkt im zunehmend technisch und künstlich geprägten Bewusstsein der Menschen   und versucht durch aktives Handeln gegenzusteuern. Vielen Kindern, Jugendlichen, aber auch Erwachsenen fehlt der direkte   Bezug zu den Dingen unserer natürlichen Umwelt, da unmittelbare Begegnungen fehlen und leider allzu oft nur durch   Bildschirmdarstellungen ersetzt werden. Wie in der Bewerbung richtig dargestellt, kennen viele Kinder die Naturalien   des täglichen Lebens nur aus Einkaufsregalen, ohne zu wissen, dass diese direkt vor der Haustür in unserer Hellwegbörde   produziert werden. Es kann hierbei noch als "Glück" bezeichnet werden, wenn sie beim Einkauf oder zu Hause wenigstens   echtem Gemüse vom Wochenmarkt oder aus der Gemüseabteilung begegnen.   Nicht selten besteht die Ernährung überwiegend aus Fertigprodukten. Darüber hinaus wird oft sehr nachlässig mit dem   Wert von Lebensmitteln, die doch jederzeit günstig beim Discounter zu haben sind, umgegangen.   Dies hat zur Folge, dass Lebensmittel bisweilen im Abfall landen, ehe sie verzehrt werden. In einer erst kürzlich   vorgelegten Studie wurde das erschreckende Ausmaß dieses Verhaltens deutlich. Vor diesem Hintergrund ist das Projekt,   in das die Kinder mit großer Aktivität eingebunden sind, als wichtiger Beitrag zur Vermittlung von Umweltwissen von   grundlegender Bedeutung. Dabei wird eine Wertschätzung für die Produkte selbst und für die Mühe, die für deren Erzeugung   notwendig ist, vermittelt.   Darüber hinaus wird bei der gemeinsamen Arbeit im Garten durch Entdeckung und Experimente Wissen über verschiedene   ökologische Zusammenhänge weitergegeben. Ferner werden die Kinder zu Multiplikatoren für andere, indem sie Ihre Eindrücke   nach Hause und zu Freunden und Freundinnen tragen. Die beigefügten Bilder belegen das große Interesse und die   Begeisterung der Beteiligten. Anzumerken ist auch, dass dieses Projekt im Rahmen des Betreuungsangebots außerhalb   des Unterrichts von den vier engagierten Müttern begleitet wird, die bescheiden von Ihrem "kleinen Garten" sprechen,   der hier aber sicherlich als "Lerngarten" bezeichnet werden darf. Der in der Vergangenheit eher "bescheidene" Schulgarten   hat damit vorzeigefähige Formen angenommen.   Ein Projekt, das eine Auszeichnung erhalten sollte.   Dies soll hiermit geschehen.   Der Dinoclub der Walburgisschule erhält einen Jugend-Umweltpreis.   Herzlichen Glückwunsch!